Jahrgang und Alter

Der Jahrgang ist das Geburtsjahr des Weins. Die Jahreszahl auf der Flasche entspricht also dem Jahr der Traubenlese und nicht dem der Flaschenabfüllung oder der Vermarktung. Dass ein Jahrgang auf dem Etikett angegeben wird, bedeutet noch nicht, dass der Wein aus einem guten Jahr stammt.

Durch die klimatischen Bedingungen, die im angegebenen Jahr vor-herrschten und die das Wachstum der Trauben und damit die Qualität des Weins beeinflusst haben, können wir die Qualität des Weines nach-vollziehen. Eine Übersicht über die Jahrgänge hilft dabei, die Qualität der Produktion einer ganzen Region für ein bestimmtes Jahr sowie den idealen Moment der Verkostung des Weins zu erkennen.

Die Produktionsqualität eines Jahres variiert von Land zu Land bzw. von Region zu Region, denn sie hängt vom Klima ab. Wenn günstige klimatische Bedingungen zusammentreffen (richtige Sonne, richtige Niederschlagsmenge), sind die Trauben ausgeglichen, und die Weine, die daraus hervorgehen, sind aroma- und geschmacksreicher; sind die klimatischen Bedingungen weniger harmonisch, sind auch die Trauben weniger harmonisch. Die Jahrgangsübersichten können unterschiedlich aussehen, von qualitativen Bewertungen (herausragend, sehr gut, gut, durchschnittlich, befriedigend, unbefriedigend) bis zu Zahlenangaben (0 bis 10, 0 bis 20, 0 bis 100). Diese Übersichten haben nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher, denn mit modernen Techniken kann man heute eine höhere Qualität aus einem Rohstoff holen, der nicht optimal ist, und in ungünstigen Jahren wenn nicht große, so doch wenigstens zufriedenstellende Weine erzeugen. Auch in Ländern oder Regionen, wo die Sommer normalerweise heiß und ohne Überraschung sind, haben die Jahrgangsübersichten nicht so hohe Bedeutung.

Wer hat nicht bereits den Satz „Diese Person altert so gut wie ein guter Wein“ gehört?
Man möchte damit ausdrücken, dass sie mit der Zeit besser wird, indem sie ihre Erfahrung nutzt und eine gewisse Weisheit zeigt. Doch wissen wir, dass dies nicht allen Menschen gelingt. Das ist mit Wein genauso: Es sind nicht alle so gemacht, dass sie mit zunehmendem Alter weitere Qualitäten gewinnen. Doch müssen wir einer voreiligen Schlussfolgerung vorbeugen, die dieser Satz auslösen konnte: Es sind nur die guten Weine, die alt werden können. Ein Wein, von dem man sagt, er müsse jung getrunken werden, kann sehr wohl ein guter Wein sein. Er hat nur eben eine andere Konstitution.

Etwas weniger als 20 % aller erzeugten Weine haben die Konstitution, um als Lagerweine betrachtet zu werden. Alle anderen Weine, ob sie nun rot oder weiß sind, wurden ausgebaut, um in ihrer Jugend getrunken zu werden, der Zeit, in der sie das Beste von sich geben. Der Ausbau eines solchen Weins erfordert bestimmte Vorfahrensweisen, um ihn auf dieses Ziel auszurichten. So könnte man eine kurze Mazeration des Safts der Trauben mit der Haut vorziehen und vor allem nur Behälter aus Edelstahl verwenden, um jeglichen Kontakt des Weins mit Holz zu vermeiden. Man wird in diesen Weinen die Frische wie auch die Aromen und Geschmäcker von Früchten, Blumen und anderen Pflanzen suchen, die junge Weine charakterisieren. Beim Altern verschwinden diese angenehmen primären Eigenschaften und werden durch weniger angenehme Charakteristiken ersetzt, die mit der Oxidation zusammenhängen, wie man sie bei einem Apfel vorfindet, der in Stücke geschnitten und mehrere Stunden der Luft ausgesetzt wurde.

Bei den anderen Weinen, Lagerweine genannt, nutzt man die Kombination verschiedener Rebsorten (verschiedene Trauben) mit wesentlichen Charakteristiken und eines entsprechenden Anbaugebiets. Der Ausbau, zu dem ein mehr oder weniger langer Kontakt mit Holzfässern gehört, besteht aus Maßnahmen, die einen konzentrierteren und komplexeren Wein ergeben, der aber in seiner Jugend den Nachteil einer gewissen Härte aufweist.

Wodurch unterscheidet man Lagerweine von denen, die man am besten jung trinkt?
Lagerweine müssen einige Elemente vereinigen, um harmonisch von den primären Eigenschaften zu den sekundären (wie dem Holz, den Pilzen, usw.) oder sogar tertiären (wie den tierischen Noten) überzugehen. Die wesentlichen Elemente sind bei Weiß- wie bei Rotweinen ein konzentrierterer Geschmack, der den Wein dichter erscheinen lässt, eine imposante Struktur, so dass man sagt, der Wein sei körperreich, ein ausgeprägter Säuregehalt, was den Wein lebhafter erscheinen lässt. Zu diesen muss sich noch eine ordentliche Portion Tannin bei Rotweinen und gegebenenfalls eine gewisse Menge Zucker bei süßlichen Weißweinen wie dem Sauternes oder bei gespriteten Weinen wie Porto gesellen.

Wie wir feststellen konnten, gibt es nur geringe Chancen, dass ein Lagerwein leicht ist, man wird darin stets eine ordentliche Konzentration der oben genannten Elemente finden. Um ihr ganzes Potenzial zu entfalten, brauchen diese Weine immer einige Jahre Lagerung. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Gelegenheiten, die attraktiven Eigenschaften junger Weine zu würdigen und all die anderen Weine, die uns dabei helfen, die Reife der Lagerweine abzuwarten.

 

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16.11.2017

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